An alle

FreundInnen und UnterstützerInnen 

von „Kinder in Bangladesch e.V.“

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe UnterstützerInnen und FreundInnen des Vereins,

zum Ende des Jahres 2019 freuen wir uns, Ihnen wieder über die jährlichen Aktivitäten unseres Vereins „Kinder in Bangladesch e.V.“ berichten zu dürfen. 

Das globale Thema Klimawandel zeigte in diesem Jahr in Bangladesch sein wahres Gesicht: verheerende Stürme und ausgedehnter Monsunregen führten dazu, dass die Wassermassen  auch in Kurshi zunahmen und das Wasser in diesem Jahr buchstäblich bis zur Türschwelle vorrückte – glücklicherweise blieb unsere Schule jedoch im Trockenen! 

Im Februar, vor der Monsunzeit, reisten wir nach Bangladesch zu der durch den Verein finanzierten Saleha Katun Kurshi High School im Nordosten des Landes um die Arbeit des Vereins vor Ort und alle Projekte zu koordinieren.

Unser erster offizieller Termin führte uns zum neuen deutschen Botschafter Peter Fahrenholtz in Dhaka. Er wusste Positives aus dem Land zu berichten, wie z.B. das Sinken der Analphabetenrate und ein jährliches Wirtschaftswachstum von stabilen 8%. Weitere Besuche führten uns z.B. zu Friedensnobelpreisträger Prof. Muhammad Yunus und zur Geschäftsführerin des Goethe-Instituts Dhaka, Dr. Kirsten Hackenbroch. Auf dem Weg nach Sylhet besuchten wir das BNSB Eye Hospital, eine NGO-Augenklinik. Es wurden konkrete Absprachen zu einem Eye-Camp und daraus folgenden Operationsmöglichkeiten für die arme Bevölkerung in und um Kurshi getroffen.

Vor Ort in Kurshi freuten wir uns darüber, Geschenke und Spenden, z.B. von unserem Partner „Stifte stiften e.V.“ und diversen Firmen, u.a. auch Zahnbürsten, an die Schülerinnen und Schüler zu überbringen. Unser Projekt zur Zahnhygiene konnten wir erfolgreich fortsetzen. Durch Armenspeisungen, die wir großzügigen Einzelspendern verdanken, konnten wir bedürftigen Menschen eine warme reichhaltige Mahlzeit verschaffen. Der Verein unterstützte außerdem wieder einige Familien unserer SchülerInnen, denen Stürme ihre Hütten zerstört hatten, durch Wiederaufbau ihrer Unterkünfte.

Notwendige Instandhaltungs- und Baumaßnahmen an der Schule, wie z.B. die Erneuerung des Fußbodens, wurden im Laufe des Jahres durchgeführt. Der Platz vor der Schule wurde ausgebaut, damit  die SchülerInnen bei Hochwasser die Möglichkeit haben, das Schulgebäude zu verlassen. Der Weg zur Schule wurde angehoben und befestigt. Der Zugang zur Schule führt durch das „Tor der Bildung“. 

Anerkennung erfuhren wir in diesem Jahr auch durch die Regierung, die unsere Schule nun offiziell unterstützen wird indem sie – bestenfalls ab 2020 – die vollständigen Gehälter und Krankenversicherung der Lehrer zahlt. Für die LehrerInnen bedeutet dies eine zusätzliche Sicherheit, nachdem die Behörde in diesem Jahr bereits die Rentenbeiträge übernimmt.

Unsere Partnerschule in Bremen, die Oberschule Findorff, war bei unserem Besuch per  Skype zugeschaltet und erste deutsch-bengalische Schülerkontakte entstanden. Unser Anliegen, dass die so genannte „erste Welt“ ein Gespür für die so genannte „dritte Welt“ bekommt und umgekehrt, nahm konkrete Züge an. Ein neues Vereinsmitglied kümmert sich aktuell um die Partnerschaft mit der Oberschule Findorff um weitere Begegnungen und Aktivitäten zu initiieren.

Sauberes Trinkwasser ist nach wie vor ein wichtiges Thema in Kurshi und Umgebung und somit ein zentrales Thema unseres Vereins. Neben den bereits von unserem Verein realisierten Brunnenprojekten in den umliegenden Dörfern, die wir besuchten, wurden in diesem Jahr weitere mögliche Plätze für Brunnen ausgesucht, die vielen Familien einen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen sollen. Die  Umsetzung dieser Projekte wird u.a. 2020 in Angriff genommen.

Der schwer herzkranke Junge Rahal aus Kurshi wurde im September durch großzügige Einzelspenden drei Wochen im Krankenhaus betreut und es wurde eine aufwendige Diagnostik in einer Spezialklinik in Dhaka durchgeführt um ihn an einer komplizierten Herz-Lungen-Anomalie zu operieren. Gemeinsam mit dem Klinikdirektor und den leitenden Ärzten, zu denen wir in engem telefonischen Kontakt standen, kam man jedoch zu dem traurigen Ergebnis, dass Rahal die zahlreichen notwendigen Operationen sehr wahrscheinlich nicht überleben würde und die Ärzte rieten der Familie davon ab, die dieses Risiko ebenfalls nicht eingehen wollten. Rahal ist jetzt wieder zu Hause bei seiner Familie. Einen seiner größten Wünsche, das Meer zu sehen, wird der Verein ihm und seiner Familie 2020 ermöglichen.  

Im November 2019 ein Höhepunkt in diesem Jahr: Wir durften den deutschen Botschafter Peter Fahrenholtz an unserer Schule in Kurshi begrüßen. In Gesprächen mit LehrerInnen und SchülerInnen gewann er einen Eindruck von unserem Projekt, das er in seiner Ansprache lobte. Die Grundsteinlegung zur Berufsschule wurde gemeinsam mit ihm in einem feierlichen Akt vorgenommen. Wir danken für den Besuch und sind sehr stolz darauf! 

Die Berufsschule – unser nächstes Herzensprojekt – steckt noch immer in den Startlöchern. Die administrativen Hürden sind höher und weitaus komplexer als erwartet und so planen wir noch, bis es hoffentlich 2020 mit konkretem Maßnahmen losgehen kann.

Bedauerlicherweise verstarb der Schuldirektor Abel Bashar Osman Goni unerwartet am Ende des Jahres im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt – weil keine medizinische Akutversorgung in der Nähe möglich war. Dies war ein Schock für die SchülerInnen, die KollegInnen und für uns.

Allen treuen und allen neu dazu gewonnenen UnterstützerInnen möchten wir an dieser Stelle unseren herzlichen Dank aussprechen: für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit in Bangladesch und und für Ihre ideelle und finanzielle Hilfe! Mit Ihrem Engagement werden wir auch 2020 wieder viel in der Region bewirken können!

Geruhsame Festtage und einen guten Start ins neue Jahr wünscht Ihnen im Namen aller  SchülerInnen, LehrerInnen und Vereinsmitglieder

Ihr Dr. Murat Y. Çil

Vorsitzender „Kinder in Bangladesch e.V.“