Gründung eigener NGO in Bangladesch

98% erfolgreiche Schulabschlüsse

stabile Ausgangslage für kommende Projekte

Ajim stand immer dicht beim Lehrer um ihn gut zu hören, saß in der ersten Reihe um dem Unterricht zu folgen, durch seine Schwerhörigkeit wurde er zum sozialen Außenseiter. Nachdem Dr. Çil bei seinem Besuch im Februar 2018 auf diesen Missstand aufmerksam wurde, kümmerte der Verein „Kinder in Bangladesch e.V.“ sich um einen Arztbesuch und ein Hörgerät für den Jungen und Ajim wurde zu einem der besten Schüler seines Jahrgangs. – Das Schicksal des 13-jährigen steht beispielhaft für das Engagement von „KIB e.V.“: Ein Einzelschicksal ist ebenso wichtig wie das Gesamtziel des Vereins: Den Ärmsten Bildung zur Verfügung zu stellen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, um ihnen eine eigenständige Zukunft zu ermöglichen. 

Hygieneprojekte und Brunnenbau

2018 wurden an der Schule die für die gesamte Region vorbildlichen sanitären Anlagen fertiggestellt. Dadurch kann eine hygienische Erziehung der Jugendlichen stattfinden, die den Ausbruch von Krankheiten verhindert. Wie wichtig dieser Schritt auch in einem Land wie Bangladesch ist, ist aktuell in der Süddeutschen Zeitung hier nachzulesen. In diesem Sinne ist auch die Weiterführung des Zahnhygiene-Projektes für 2019 geplant. Auch die eingeschränkte Trinkwasserzufuhr in Bangladesch bleibt eines der Aufgabengebiete des Vereins, denn hierdurch wird die Versorgung für ein ganzes Dorf gesichert. Auch in diesem Jahr konnten wieder einige Brunnenbohrungen realisiert werden.

Gründung der NGO in Bangladesch und Spendenakquise

Die „Foundation for Education“, eine an den Verein „Kinder in Bangladesch e.V.“ angegliederte  NGO in Bangladesch, konnte nach 2 Jahren hohem bürokratischen Aufwand endlich gegründet werden um die Zusammenarbeit mit den Vereinsaktivitäten in Deutschland zu vereinfachen. Spendengelder wurden 2018 durch verschiedene Aktivitäten gesammelt, z.B. durch einen Vortrag beim „Kiwanis Club Bremen“. Der „Schnobbl“ war auch 2018 treuer Begleiter des Projekts, alle Erlöse aus dem Verkauf im St. Joseph-Stift gingen an den Verein. Durch eine Fotoausstellung in einer großen  Zahnarztpraxis in Berlin Mitte wird das Projekt in der Hauptstadt bekannt gemacht und es werden weitere Förderer angesprochen. Auch private Geburtstage wurden wieder genutzt um Geld für die Saleha Katun Kurshi High School zu sammeln: Nachdem Jan Weyrauch, Programmdirektor von Radio Bremen, im letzten Jahr auf seine Geschenke verzichtet hatte und Freunde stattdessen bat, u.a. an „Kinder in Bangladesch e.V.“ zu spenden, folgte eine weitere Geburtstagseinladung dieser Idee. Für die Großzügigkeit danken wir! Auf der Mitgliederversammlung im September 2018 blickte der Verein auf die erfolgreichen Jahre 2017 und 2018 zurück und es wurden Projekte für 2019 besprochen und beschlossen.

Medizinische Versorgung in Sicht 

Das inspirierende Treffen mit dem Friedensnobelpreisträger Prof. Mohammed Yunus aus Bangladesch, der im November 2018 zur Vorstellung seines neuen Buches „Ein anderer Kapitalismus ist machbar“ nach Hamburg gekommen war, eröffnet neue Perspektiven für die Region: Über seine Foundation kann die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten wie Kurshi gesichert werden. Der nächste geplante Besuch des Vorstandes im März 2019 in Bangladesch wird u.a. dazu genutzt, diese wichtige infrastrukturelle Voraussetzung aufzubauen.

Ziele: Deutschkurse und Berufsschule

Mit dem engagierten Vereinsmitglied Dirk Jacobs, der als Schulleiter einer Berufsschule in Bremen die Leitung „Abteilung berufsvorbereitende Bildungsgänge“ betreut, konnte ein Experte „ins Boot“ geholt werden, der nach seinem Besuch in Kurshi von der Schule begeistert ist und fachkundig sein Wissen in die Planung der Berufsschule einbringt. Doch vorher noch sollen für die SchülerInnen Deutschkurse angeboten werden. Lehrer sollen z.B. über das Goethe Institut oder die Universität in Dhaka gefunden werden. Die Suche wird nicht einfach sein, da die ländliche Region auch für bengalische Deutschlehrer nicht an erster Stelle steht.

Weiter auf dem Weg in die Eigenverantwortlichkeit: „Meine kleine Farm“ 

Bevor der erste Spatenstich zu der projektierten Berufsschule erfolgt, ist noch ein erheblicher Verwaltungsaufwand erforderlich. Zunächst wird als nachhaltiges Projekt die „Kleine Farm“ in Angriff genommen: Die Schule will erste Schritte in die Selbstversorgung gehen um die Schülerinnen und Schüler in die Verantwortung zu nehmen, auch was ihre Ernährung betrifft: Mit Hühnern, Ziegen, Kühen und einem kleinen Gemüsegarten wird die Schule, organisiert nach Klassenstufen, das Projekt „Selbstversorgung“ realisieren: die SchülerInnen sollen über Aufzucht, Pflege und Ernte lernen, ihre Ernährung mit den nötigen Nahrungsmitteln bewusst gestalten und ökologisch handeln.

Internetklassen, Partnerschule und weitere Projekte 2019

Seit dem Frühjahr 2018 ist Kurshi an das Stromnetz angeschlossen: eine positive Entwicklung, die v.a. auf das Engagement des Vereinsvorstandes vor Ort zurückgeht. Die Stromversorgung der Schule ermöglicht endlich auch Internetklassen, wodurch der direkte Kontakt der SchülerInnen zu ihrer Partnerschule Findorff möglich wird. Einzelne Schülerpatenschaften können durch direkte Kommunikation via E-Mail, Skype etc. nun lebendig werden. Für die digitale Anbindung werden noch Tablets gesucht! Durch ein Treffen mit Werder Bremen Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald im November 2018 könnten sich für die Schule im kommenden Jahr nochmal weitere Perspektiven öffnen: Werder engagiert sich in sozialen Projekten auch international, Möglichkeiten einer Unterstützung für „Kinder in Bangladesch e.V.“ werden derzeit  diskutiert. 

Den Jahresbericht finden Sie hier als pdf.