Willkommen beim Verein "Kinder in Bangladesch e.V."

Das Ziel des Vereins ist die Förderung von Bildung in Bangladesch und die Unterstützung der Infrastuktur in der Umgebung der Schule.

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Unsere Vision

Gib dem Hungernden einen Fisch, und er wird einen Tag lang satt – lehre ihn Fischen und er wird nie mehr hungern.

(Chinesisches Sprichwort nach Laotse)

Bildung ist ein Menschenrecht. Bildung befähigt den Menschen zu gesellschaftlicher und politischer Teilhabe sowie persönlicher Entfaltung. In ärmeren Regionen dieser Welt, wie in Bangladesch, ist Schulbildung nicht für jedes Kind selbstverständlich.

Bildung ist jedoch der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung. Sie ermöglicht den Menschen eine Perspektive, um Armut, Gewalt und Ungerechtigkeit zu bekämpfen.

Bangladesch ist eines der ärmsten Länder der Welt. 160 Millionen Einwohner leben auf einer Fläche, die doppelt so groß ist wie Bayern. Zwei Drittel des Landes werden jedes Jahr überflutet.

Die Bevölkerung in Bangladesch wird bis zum Jahr 2050 auf über 200 Millionen Menschen anwachsen: Die achtgrößte Bevölkerung weltweit. (Quelle: Süddeutschen Zeitung vom 19.12.2015)

Aktueller Pressetext 2018

Pressetext – März 2018

„Sunrise school“ in Bangladesch

Die Saleha Kurshi Highschool wächst weiter: Vorschulkurse in den Klassenräumen und Planung der angebundenen Berufsschule. Dr. Murat Çil besuchte Ende Januar sein Schulprojekt im Nordosten von Bangladesch und konnte sich davon überzeugen, dass die Schule von Groß und Klein begeistert angenommen wird…

Die Schule beginnt normalerweise um 9 Uhr. Doch in diesem Jahr beobachtet Dr. Çil schon bei Sonnenaufgang um 8 Uhr wie kleine Zwerge mit weißen Käppis über das Schulgelände in die Klassenräume stapfen. Seit Anfang des Schuljahres gibt es das Pilotprojekt „Sunrise School“ an der Saleha Kurshi Highschool, das Kindern im Vorschulalter die Möglichkeit gibt, sich hier auf die Grundschule vorzubereiten. In diesem Vorschulkurs, der zwischen 8 und 9 Uhr die Klassenräumen der Highschool nutzt, sitzen die 3 bis 5-jährigen mit ihren aus Deutschland mitgebrachten Kugelschreibern auf den Schulbänken, lauschen gespannt ihrem Lehrer und lernen: bengalische Schriftzeichen und einfache Rechenaufgaben – so wie auch hier bei uns die Kindergartenkinder langsam in Vorschulkursen an die Schule herangeführt werden.

Die Schule als Ort des friedlichen Miteinanders

Dr. Çil freut sich über den jungen Besuch. Bildung als Menschenrecht – das findet hier statt und die Familien in der Region freuen sich über die Möglichkeit, ihren Nachwuchs schon früh in das staatliche Bildungssystem zu integrieren und die Räume der Schule nutzen zu dürfen. „Wir wollen verhindern“, so Çil, „dass die Kinder vom radikalen Islamismus eingefangen werden. Dies ist ein großes Problem in Bangladesch, das seit einigen Jahren deutlich zugenommen hat. Je früher sie hier bei uns Fuß fassen, um so geringer ist das Risiko, dass diese Kinder später geistig abwandern und sich radikalisieren.“

Bildung als Werkzeug: Die Zukunft selbst in die Hand nehmen

Die jungen Menschen in diesem Sinne davon zu überzeugen, dass sie für ihre Zukunft und die ihres Landes selbst verantwortlich sind und dafür etwas tun müssen, Dinge zum Besseren zu verändern, damit kann man nicht früh genug beginnen. Dass Bildung ihr Werkzeug für diese Zukunft ist, das haben in diesem Schuljahr wieder 48 Schülerinnen und Schüler durch ihren guten Schulabschluss beweisen können. Dr. Çil und Ali Suruz Syed, die beiden Vorsitzenden des Vereins „Kinder in Bangladesch e.V.“ erfüllt es mit ein wenig Stolz, in die glücklichen Gesichter der 15- bis 18-jährigen Absolventinnen und Absolventen zu sehen, die in diesem Jahr ihr Abschlusszeugnis in der Hand halten.

Planungssicherheit durch verlässliche Koordinatoren vor Ort

Und die Schule wächst weiter! Ende 2017 wurden die sanitären Einrichtungen fertiggestellt. Es gibt gute und verlässliche Partner und Koordinatoren vor Ort, die für die Überwachung der Bauvorhaben und des täglichen Schulbetriebs zuständig sind: Nozir Ali und Shamin. Die beiden führen die Sachen aus, die von Deutschland aus koordiniert und geplant werden. Fast täglich ist Dr. Çil mit ihnen in Kontakt, bekommt aktuelle Fotos per WhatsApp und per E-Mail zugeschickt. Wenn es sprachliche Probleme gibt, schaltet sich Ali Suruz Syed ein.

Ein neues Projekt: Zahnhygiene für die Mittelstufe

In diesem Jahr gibt es ein neues Projekt: Dirk Jacobs, Berufsschullehrer aus Bremen und Mitglied des Vereins „Kinder in Bangladesch e.V.“ ist nach Kurshi gekommen und hat ein Zahnhygiene-Projekt initiiert. Er hat Zahnbürsten und Zahnpasta mitgebracht und einen Unterricht der richtigen Zahnpflege mit den 6. und 7. Klassen begonnen. Hygiene ist ein wichtiger Aspekt, der auch die Ausbreitung von Krankheiten verhindert, Zahnhygiene ist ein Bereich davon. Obwohl die Kinder alle so schöne Zähne haben – auch, weil dort weniger Süßigkeiten gegessen werden als hierzulande – fallen ab dem 30./35. Lebensjahr aufgrund mangelnder Zahnhygiene vielen Menschen die Zähne aus. Ziel des Projektes ist es, das Bewusstsein hierfür bei der Jugend zu schaffen.

Die Zukunft der Mädchen in Kurshi

Der Kontakt und die Präsenz vor Ort sollen auch ein Zeichen aus dem Westen sein, dass die Menschen dort nicht von der Welt vergessen werden. Dr. Çil berichtet: „Wir haben uns die Zeit genommen, z.B. nur mit den Mädchen über ihre Zukunft zu reden: Was möchten sie einmal werden? Wie sehen ihre privaten und beruflichen Wünsche für die Zukunft aus? Zu sehen, dass sie über die Jahre deutlich selbstbewusster geworden sind, freut uns.“ Viele Mädchen erzählen, dass sie nicht früh heiraten wollen und sich notfalls gegen die Eltern wehren würden. Es ist sicher auch auf den Einfluss der Schule zurückzuführen, dass sich das Bewusstsein für dieses Thema in den vergangenen Jahren verändert hat und dass die Kinderheirat mit teilweise deutlich älteren Männern abnimmt.

Brunnenbau sichert sauberes Trinkwasser für ganze Dörfer

In den Gemeinden um Kurshi herum, Ansiedlungen mit bis zu zwanzig Familien, konnte der Verein im vergangenen Jahr durch gesammelte Spendengelder wieder verschiedene Brunnenprojekte initiieren, denn sauberes Trinkwasser ist immer noch Mangelware in dem Land. Da das oberflächliche Grundwasser verunreinigt und teilweise mit Arsen schwer belastet ist, müssen die Brunnenbauer bis zu 160 m in die Tiefe bohren. Auch beim Reparieren von durch Stürme zerstörte Häuser hilft der Verein verarmten Familien. Defekte Dächer werden abgedichtet für die Monsunzeit, Wände ausgebessert und erneuert.

Einnahmen des Vereins durch neue Projekte und Partnerschaften

Der Verein „Kinder in Bangladesch e.V.“ ist immer in Bewegung und wächst weiter. Es wurden im vergangenen Jahr neue Möglichkeiten für Spendengelder eröffnet und mehr engagierte Menschen für das Projekt begeistert. Die KGS Leeste widmete eines ihrer Projekte während der Projektwoche der Schule: SchülerInnen gestalteten und verkauften Textiltaschen und befassten sich inhaltlich mit Bangladesch. Die Oberschule Findorff widmete erneut ihren Adventsbasar der Saleha Kurshi Highschool und erneuerte ihre Absicht, Partnerschule zu werden. Auch private Geburtstagspartys wurden genutzt um Spendengelder für Kurshi zu akquirieren: Jan Weyrauch, Programmdirektor von Radio Bremen, verzichtete auf seine Geschenke und bat Freunde stattdessen, an zwei Vereine zu spenden, u.a. an „Kinder in Bangladesch e.V.“. Auch nahm Dr. Çil wieder Einladungen zu Vorträgen wahr um über die Schule zu berichten. Nach wie vor treuer Partner ist der Schnobbl, Maskottchen des von Rainer Ehrentraut initiierten Konzepts zur Schmerztherapie für Kinder. Die Erlöse aus dem Verkauf des Schnobbl gehen den Kindern in Bangladesch seit drei Jahren zugute.

Nächste Schritte: Planung der Berufsschule

Nächste Schritte sind die Planung einer angebundenen Berufsschule. Es gibt bereits viele Ideen, sowie interessierte und engagierte Mitstreiter. Viel ist zu tun, z.B. die Planung des Gebäudes, das inhaltliche Konzept, die Erfüllung der staatlichen Auflagen und vieles mehr. „Es ist schön zu sehen, was wir schon alles erreicht haben in Kurshi“, so Çil, „doch unsere Aufgabe jetzt ist es, mit den Jugendlichen gemeinsam berufliche Möglichkeiten zu finden, in ihrer Region zu bleiben und von hier aus die Zukunft für ihr Land selbst in die Hand zu nehmen.“ Die Berufsschule kann ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung sein.