Willkommen beim Verein "Kinder in Bangladesch e.V."


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Liebe FreundInnen und UnterstützerInnen des Vereins Kinder in Bangladesch e.V.,

durch unsere Arbeit als Verein haben wir in Bangladesch und Deutschland viel bewegen können. Wir haben eine komplette High-School aufgebaut und deren Unterhalt finanziert. Wir konnten viele Kinder von der Kinderarbeit sowie Mädchen von früher Hochzeit bewahren und die Infrastruktur in einer unterprivilegierten Region in einem der ärmsten Länder der Welt mit positiv beeinflussen. Viele kleinere Projekte unseres Vereins haben dazu geführt, dass Menschen und speziell die Kinder und Jugendlichen vor Ort eine bessere Ausgangssituation in ihrem Leben bekommen, durch den Bau von Brunnen, Verbesserung der Infrastruktur und auch durch konkrete Hilfen bei individuellen persönlichen Schicksalsschlägen wie z.B. zerstörten Häusern. 

Der Bau und der Unterhalt der Highschool, welches unser Hauptprojekt war, gilt seit diesem Jahr als abgeschlossen. Unsere Highschool in Kurshi ist im Laufe des Jahres unabhängig geworden, geht an den Staat über und bedarf dann keiner weiteren Unterstützung mehr durch uns als Verein. Auf diese Entwicklung sind wir sehr stolz und danken Ihnen für Ihre jahrelange Unterstützung und Ihr Vertrauen.

Ab kommendem Jahr gehen wir neue Wege. Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir effektiver arbeiten können und noch mehr Kinder der Schulbildung nahebringen können. Dann kam noch die Corona-Krise mit ihren vielfachen Auswirkungen auf die ganze Welt wie auch auf unsere Vereinsarbeit dazu. 

Bereits seit mehreren Jahren besteht ein freundschaftlicher Kontakt zu dem in Bangladesch seit über 30 Jahren tätigen Verein „Netz e.V.“ aus Wetzlar. „Netz e.V.“ macht dort beeindruckende Arbeit im Rahmen von Bildung, Verbesserung der Lebensumstände der Menschen, insbesondere für die Kinder und Frauen vor Ort. „Netz e.V.“ ist ein Verein mit Schwerpunkt Bangladesch, mit sehr guter Infrastruktur in Deutschland und Bangladesch mit vertrauenswürdigen und engagierten MitarbeiterInnen und MitgliederInnen. 

Durch seine Strukturen und Möglichkeiten konnte „Netz e.V.“ z.B. in der Pandemie eine Nothilfe auf die Beine stellen und mithilfe seiner lokalen Partner vor Ort für 100.000 Menschen im Nordwesten Bangladeschs angesichts der drastischen Auswirkungen der Corona-Pandemie Unterstützung und Hilfe bieten. Familien wurden mit Nahrungsmitteln, Schutz-masken und wichtigen Medikamenten versorgt. Zu dieser Katastrophe kam noch hinzu, dass die Monsunregen in diesem Jahr zu massiven Überflutungen in den flussreichen Regionen führte, bei denen tausende Menschen seit Juni infolge von wochenlangem Hochwasser obdachlos wurden und ihr Vieh und Nahrungsmittelvorräte verloren. Mit Unterstützung durch „Netz e.V.“ konnten die Betroffenen ihre Existenzen nach der Flut wieder aufbauen.

Unser ehrenamtliches Engagement kommt ab 2021 „Netz e.V.“ zugute und daraus resultiert, dass wir den Verein „Kinder in Bangladesch e.V.“ zum Ende des Jahres auflösen, um die Synergieeffekte beider Vereine im Sinne des gemeinsamen Ziels „Bildung in Bangladesch“ noch besser zu nutzen und zu verstärken. Im Sinne der Kinder und Jugendlichen in Bangladesch setzten wir unsere ehrenamtliche Arbeit als Norddeutsche Dependance von „Netz e.V.“ fort. 

Das erste Projekt, welches wir gemeinsam mit „Netz e.V.“ realisieren, trägt den Titel „Inklusiver Zugang zu hochwertiger Grundschulbildung an 44 Dorfschulen in entlegenen Regionen Bangladeschs“. Mit diesem Projekt haben wir die Möglichkeit, viele Menschen zu erreichen, denen der Zugang zu Bildung sonst verwehrt geblieben wäre: über die Kinder erreichen wir auch deren Familien und ganze Dörfer. Die Abdeckung durch staatliche Grundschulen in den entlegensten Regionen Bangladeschs ist mangelhaft, insbesondere in der Coronazeit ist es noch schwieriger geworden für die Ärmsten der Armen. Dies ist ein Projekt, was größtenteils vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mitfinanziert wird.

Wir freuen uns, wenn Sie uns weiterhin unterstützen. Für weitere Aktivitäten Ihrerseits, z.B. Spendengelder, können Sie ab sofort die Kontonummer von „Netz e.V.“ nutzen: Spendenkonto IBAN: DE82 513 900 0000 0000 6262 • BIC: VBMHDE5F. Auch diese Spenden sind steuerlich absetzbar und Sie erhalten eine Spendenquittung. Weitere Informationen können Sie auf der Homepage www.bangladesch.org einsehen oder über die Netz-Zentrale in Wetzlar unter 06441-97463-0 erfahren. Natürlich stehe ich Ihnen für all Ihre Fragen auch persönlich zur Verfügung.

Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam etwas Großes erreichen, indem wir durch die zukünftige Arbeit mit „Netz e.V.“ noch größere Schritte gehen können und die Bildung in Bangladesch deutlich ergiebiger unterstützen und damit noch mehr Kinder und benachteiligte Mädchen und Frauen erreichen können. 

Dr. Murat Y. Çil

1. Vorsitzender „Kinder in Bangladesch e.V.“

Pressetext – März 2018

„Sunrise school“ in Bangladesch

Die Saleha Kurshi Highschool wächst weiter: Vorschulkurse in den Klassenräumen und Planung der angebundenen Berufsschule. Dr. Murat Çil besuchte Ende Januar sein Schulprojekt im Nordosten von Bangladesch und konnte sich davon überzeugen, dass die Schule von Groß und Klein begeistert angenommen wird…

Die Schule beginnt normalerweise um 9 Uhr. Doch in diesem Jahr beobachtet Dr. Çil schon bei Sonnenaufgang um 8 Uhr wie kleine Zwerge mit weißen Käppis über das Schulgelände in die Klassenräume stapfen. Seit Anfang des Schuljahres gibt es das Pilotprojekt „Sunrise School“ an der Saleha Kurshi Highschool, das Kindern im Vorschulalter die Möglichkeit gibt, sich hier auf die Grundschule vorzubereiten. In diesem Vorschulkurs, der zwischen 8 und 9 Uhr die Klassenräumen der Highschool nutzt, sitzen die 3 bis 5-jährigen mit ihren aus Deutschland mitgebrachten Kugelschreibern auf den Schulbänken, lauschen gespannt ihrem Lehrer und lernen: bengalische Schriftzeichen und einfache Rechenaufgaben – so wie auch hier bei uns die Kindergartenkinder langsam in Vorschulkursen an die Schule herangeführt werden.

Die Schule als Ort des friedlichen Miteinanders

Dr. Çil freut sich über den jungen Besuch. Bildung als Menschenrecht – das findet hier statt und die Familien in der Region freuen sich über die Möglichkeit, ihren Nachwuchs schon früh in das staatliche Bildungssystem zu integrieren und die Räume der Schule nutzen zu dürfen. „Wir wollen verhindern“, so Çil, „dass die Kinder vom radikalen Islamismus eingefangen werden. Dies ist ein großes Problem in Bangladesch, das seit einigen Jahren deutlich zugenommen hat. Je früher sie hier bei uns Fuß fassen, um so geringer ist das Risiko, dass diese Kinder später geistig abwandern und sich radikalisieren.“

Bildung als Werkzeug: Die Zukunft selbst in die Hand nehmen

Die jungen Menschen in diesem Sinne davon zu überzeugen, dass sie für ihre Zukunft und die ihres Landes selbst verantwortlich sind und dafür etwas tun müssen, Dinge zum Besseren zu verändern, damit kann man nicht früh genug beginnen. Dass Bildung ihr Werkzeug für diese Zukunft ist, das haben in diesem Schuljahr wieder 48 Schülerinnen und Schüler durch ihren guten Schulabschluss beweisen können. Dr. Çil und Ali Suruz Syed, die beiden Vorsitzenden des Vereins „Kinder in Bangladesch e.V.“ erfüllt es mit ein wenig Stolz, in die glücklichen Gesichter der 15- bis 18-jährigen Absolventinnen und Absolventen zu sehen, die in diesem Jahr ihr Abschlusszeugnis in der Hand halten.

Planungssicherheit durch verlässliche Koordinatoren vor Ort

Und die Schule wächst weiter! Ende 2017 wurden die sanitären Einrichtungen fertiggestellt. Es gibt gute und verlässliche Partner und Koordinatoren vor Ort, die für die Überwachung der Bauvorhaben und des täglichen Schulbetriebs zuständig sind: Nozir Ali und Shamin. Die beiden führen die Sachen aus, die von Deutschland aus koordiniert und geplant werden. Fast täglich ist Dr. Çil mit ihnen in Kontakt, bekommt aktuelle Fotos per WhatsApp und per E-Mail zugeschickt. Wenn es sprachliche Probleme gibt, schaltet sich Ali Suruz Syed ein.

Ein neues Projekt: Zahnhygiene für die Mittelstufe

In diesem Jahr gibt es ein neues Projekt: Dirk Jacobs, Berufsschullehrer aus Bremen und Mitglied des Vereins „Kinder in Bangladesch e.V.“ ist nach Kurshi gekommen und hat ein Zahnhygiene-Projekt initiiert. Er hat Zahnbürsten und Zahnpasta mitgebracht und einen Unterricht der richtigen Zahnpflege mit den 6. und 7. Klassen begonnen. Hygiene ist ein wichtiger Aspekt, der auch die Ausbreitung von Krankheiten verhindert, Zahnhygiene ist ein Bereich davon. Obwohl die Kinder alle so schöne Zähne haben – auch, weil dort weniger Süßigkeiten gegessen werden als hierzulande – fallen ab dem 30./35. Lebensjahr aufgrund mangelnder Zahnhygiene vielen Menschen die Zähne aus. Ziel des Projektes ist es, das Bewusstsein hierfür bei der Jugend zu schaffen.

Die Zukunft der Mädchen in Kurshi

Der Kontakt und die Präsenz vor Ort sollen auch ein Zeichen aus dem Westen sein, dass die Menschen dort nicht von der Welt vergessen werden. Dr. Çil berichtet: „Wir haben uns die Zeit genommen, z.B. nur mit den Mädchen über ihre Zukunft zu reden: Was möchten sie einmal werden? Wie sehen ihre privaten und beruflichen Wünsche für die Zukunft aus? Zu sehen, dass sie über die Jahre deutlich selbstbewusster geworden sind, freut uns.“ Viele Mädchen erzählen, dass sie nicht früh heiraten wollen und sich notfalls gegen die Eltern wehren würden. Es ist sicher auch auf den Einfluss der Schule zurückzuführen, dass sich das Bewusstsein für dieses Thema in den vergangenen Jahren verändert hat und dass die Kinderheirat mit teilweise deutlich älteren Männern abnimmt.

Brunnenbau sichert sauberes Trinkwasser für ganze Dörfer

In den Gemeinden um Kurshi herum, Ansiedlungen mit bis zu zwanzig Familien, konnte der Verein im vergangenen Jahr durch gesammelte Spendengelder wieder verschiedene Brunnenprojekte initiieren, denn sauberes Trinkwasser ist immer noch Mangelware in dem Land. Da das oberflächliche Grundwasser verunreinigt und teilweise mit Arsen schwer belastet ist, müssen die Brunnenbauer bis zu 160 m in die Tiefe bohren. Auch beim Reparieren von durch Stürme zerstörte Häuser hilft der Verein verarmten Familien. Defekte Dächer werden abgedichtet für die Monsunzeit, Wände ausgebessert und erneuert.

Einnahmen des Vereins durch neue Projekte und Partnerschaften

Der Verein „Kinder in Bangladesch e.V.“ ist immer in Bewegung und wächst weiter. Es wurden im vergangenen Jahr neue Möglichkeiten für Spendengelder eröffnet und mehr engagierte Menschen für das Projekt begeistert. Die KGS Leeste widmete eines ihrer Projekte während der Projektwoche der Schule: SchülerInnen gestalteten und verkauften Textiltaschen und befassten sich inhaltlich mit Bangladesch. Die Oberschule Findorff widmete erneut ihren Adventsbasar der Saleha Kurshi Highschool und erneuerte ihre Absicht, Partnerschule zu werden. Auch private Geburtstagspartys wurden genutzt um Spendengelder für Kurshi zu akquirieren: Jan Weyrauch, Programmdirektor von Radio Bremen, verzichtete auf seine Geschenke und bat Freunde stattdessen, an zwei Vereine zu spenden, u.a. an „Kinder in Bangladesch e.V.“. Auch nahm Dr. Çil wieder Einladungen zu Vorträgen wahr um über die Schule zu berichten. Nach wie vor treuer Partner ist der Schnobbl, Maskottchen des von Rainer Ehrentraut initiierten Konzepts zur Schmerztherapie für Kinder. Die Erlöse aus dem Verkauf des Schnobbl gehen den Kindern in Bangladesch seit drei Jahren zugute.

Nächste Schritte: Planung der Berufsschule

Nächste Schritte sind die Planung einer angebundenen Berufsschule. Es gibt bereits viele Ideen, sowie interessierte und engagierte Mitstreiter. Viel ist zu tun, z.B. die Planung des Gebäudes, das inhaltliche Konzept, die Erfüllung der staatlichen Auflagen und vieles mehr. „Es ist schön zu sehen, was wir schon alles erreicht haben in Kurshi“, so Çil, „doch unsere Aufgabe jetzt ist es, mit den Jugendlichen gemeinsam berufliche Möglichkeiten zu finden, in ihrer Region zu bleiben und von hier aus die Zukunft für ihr Land selbst in die Hand zu nehmen.“ Die Berufsschule kann ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung sein.